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<title>Muschelgarten</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Muschelgarten</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Als <b>Muschelgarten</b> wird eine aus Geröll und Steinen begrenzte Terrasse im Gezeitengebiet von Meeresbuchten bezeichnet. Es handelt sich um eine Form der <a href="Marikultur" title="Marikultur">Marikultur</a>, die die Ureinwohner an der Westküste der <a href="Vereinigte_Staaten" title="Vereinigte Staaten">Vereinigten Staaten</a> und <a href="Kanada" title="Kanada">Kanadas</a> nutzen, um den Ertrag bei der <a href="Muscheln" title="Muscheln">Muschelzucht</a> zu erhöhen. Die Anhäufung von <a href="Sedimente_und_Sedimentgesteine" title="Sedimente und Sedimentgesteine">Gezeitensedimenten</a> in den Muschelgärten führt zur Umwandlung felsiger und steiler Uferbereiche sowie von Uferzonen mit weichem Sediment in produktive Muschelzuchtgebiete. Muschelgärten wurden bereits vor etwa 3500 Jahren von den Ureinwohnern an der nordöstlichen <a href="Pazifische_K%C3%BCste" title="Pazifische Küste">Pazifikküste</a> angelegt. Diese traditionelle Art der Muschelzucht war beispielsweise bei den <a href="Kwakwaka'wakw" title="Kwakwaka'wakw">Kwakwaka'wakw</a> noch im 19. Jahrhundert weit verbreitet und diente als ertragreiche <a href="Nahrung" title="Nahrung">Nahrungsquelle</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>

<p>Die erste wissenschaftliche Erwähnung von Muschelgärten stammt von dem US-amerikanischen <a href="Anthropologie" title="Anthropologie">Anthropologen</a> Bernard Joseph Stern aus dem Jahr 1934. Demnach verbrachten die <a href="Lummi" title="Lummi">Lummi</a>-<a href="Indianer" title="Indianer">Indianer</a> den September und Oktober am Ost- und Westsund von <a href="Orcas_Island" title="Orcas Island">Orcas Island</a>, wo sie Muschelgärten anlegten und bewirtschafteten. Es wurden verschiedene Muschelarten gezüchtet, darunter Buttermuscheln, <a href="Venusmuscheln" title="Venusmuscheln">Venusmuscheln</a>, <a href="Miesmuscheln" title="Miesmuscheln">Miesmuscheln</a> und <a href="Modiolus_(Gattung)" title="Modiolus (Gattung)">Pferdemuscheln</a>.<sup id="cite_ref-SternBJ_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-SternBJ-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sterns Werk geriet jedoch in Vergessenheit und erst im Jahr 1995 entdeckte der <a href="Geomorphologie" title="Geomorphologie">Geomorphologe</a> John Harper an Stränden in <a href="British_Columbia" title="British Columbia">British Columbia</a> Steinstrukturen, die er zunächst als „Muschelterrassen“ bezeichnete. Bei der Untersuchung der Terrassen stellte er fest, dass diese fast ausschließlich aus Muschelfragmenten bestanden und eine sehr hohe Muschelproduktion aufwiesen. Zudem fand er eine große Zahl von Muschelgärten vor, was darauf schließen ließ, dass die dort vorkommenden Muscheln eine wichtige Nahrungsquelle für die Ureinwohner waren.<sup id="cite_ref-HarperJR_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-HarperJR-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Muschelgärten waren bis dahin nicht als menschengeschaffen identifiziert und einer wissenschaftlichen Untersuchung unterzogen worden, andere <a href="Arch%C3%A4ologie" title="Archäologie">Archäologen</a> vermuteten natürliche Prozesse für ihre Entstehung. Erst Gespräche mit <a href="H%C3%A4uptling" title="Häuptling">Chief</a> Kwaxsistalla Wathl’thla (Adam Dick) bestätigten, dass es sich bei den Strukturen um Muschelgärten handelte, die eine uralte Praxis darstellten.<sup id="cite_ref-ChongS_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-ChongS-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Arbeiten von Harper initiierten eine Welle von Untersuchungen über Muschelgärten. An den Küsten <a href="Alaska" title="Alaska">Alaskas</a>, British Columbias, <a href="Washington_(Bundesstaat)" title="Washington (Bundesstaat)">Washingtons</a> und <a href="Kalifornien" title="Kalifornien">Kaliforniens</a> wurden über 2000 Muschelgärten identifiziert.
</p><p>Innerhalb jeder <a href="First_Nations" title="First Nations">First Nation</a> existierten spezifische Systeme der Verwaltung von Muschelgärten. Diese wurden meist von Familien als Eigentum beansprucht. Die Familien waren für die Pflege und Instandhaltung der Muschelgärten verantwortlich. Der Anspruch auf das Eigentum konnte durch die Errichtung eines eigenen Muschelgartens durch eine Familie an einem unbebauten Strandabschnitt innerhalb des traditionellen Territoriums der Familie geltend gemacht werden. Die Tradition des Muschelanbaus ermöglichte zudem die Weitergabe von Wissen zwischen den Generationen. Hierbei übermittelten die Ältesten ihr Wissen über Muschelgärten an die nächste Generation.<sup id="cite_ref-LepofskyD2_4-0" class="reference"><a href="#cite_note-LepofskyD2-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im 21. Jahrhundert initiierten <a href="Nuu-chah-nulth" title="Nuu-chah-nulth">Nuu-chah-nulth</a>-Gemeinden im Gebiet von <a href="Vancouver_Island" title="Vancouver Island">Vancouver Island</a> eine Vielzahl von Maßnahmen zur Förderung traditioneller Aktivitäten für Jugendliche, darunter die Anlage und Wiederherstellung von Muschelgärten. Im <a href="Huu-ay-aht" title="Huu-ay-aht">Huu-ay-aht</a>-Gebiet erfolgte eine Anpassung traditioneller Muschelgartentechniken an moderne Nutzungsanforderungen. Dazu wurden Muschelgärten mit höheren Mauern errichtet, um die <a href="Manila-Teppichmuschel" title="Manila-Teppichmuschel">Manila-Teppichmuschel</a> (<i>Venerupis philippinarum</i>) zu züchten. Es handelt sich um eine invasive Art, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts erstmals an der Westküste auftauchte und inzwischen kommerziell gezüchtet wird.<sup id="cite_ref-Mongabay_5-0" class="reference"><a href="#cite_note-Mongabay-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Obwohl die meisten Muschelgärten unbeaufsichtigt sind, werden in Fulford Harbour auf Salt Spring Island und auf Russell Island im <a href="Gulf-Islands-Nationalpark" title="Gulf-Islands-Nationalpark">Gulf-Islands-Nationalpark</a> Teile von zuvor unbeaufsichtigten Muschelgärten wiederhergestellt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anlage_von_Muschelgärten"><span id="Anlage_von_Muschelg.C3.A4rten"></span>Anlage von Muschelgärten</h2></div>

<p>Die Anlage von Muschelgärten erfolgt durch die Errichtung einer Wand aus Steinen und <a href="Ger%C3%B6ll" title="Geröll">Geröll</a> an der äußeren Niedrigwassergrenze. Bei Flut bricht die <a href="Brandung" title="Brandung">Brandung</a> über diese Mauern und hinterlässt Sedimente, <a href="Schlick" title="Schlick">Schlick</a>, <a href="Sand" title="Sand">Sand</a> und <a href="Kies" title="Kies">Kies</a>. Diese lagern sich am Boden ab und bilden im Laufe der Zeit eine Art Terrasse. Dies hat eine Verringerung der Strandneigung zur Folge und führt so zu einer Vergrößerung des optimalen Tidenbereichs für die Muschelzucht. Durch die Flächenvergrößerung entstehen <a href="Riff_(Geographie)" title="Riff (Geographie)">Rifflebensräume</a>, in deren Sedimenten sich riffgebundene Meerestiere wie Muscheln mit erhöhter <a href="Wachstumsrate" title="Wachstumsrate">Wachstumsrate</a> und -dichte ansiedeln. Die Muschelgärten ziehen auch eine Vielzahl anderer Meeresbewohner an, wie etwa <a href="Tintenfische" title="Tintenfische">Tintenfische</a>.<sup id="cite_ref-LepofskyD_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-LepofskyD-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<dl><dd><span typeof="mw:File"></span></dd>
<dd><small>Δ: Muscheln oder wirbellose Tiere, die sich vergraben (z. B. Buttermuschel); ο: Seepocke oder andere nicht grabende wirbellose Tiere (z. B. Wellhornschnecke, Napfschnecke)<sup id="cite_ref-SmithNF_7-0" class="reference"><a href="#cite_note-SmithNF-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></small></dd></dl>
<p>Die <a href="Retention_(Wasserwirtschaft)" title="Retention (Wasserwirtschaft)">Wasserrückhaltung</a> in den Muschelgärten (1b) ist während des <a href="Gezeiten" title="Gezeiten">Gezeitenwechsels</a> höher als an natürlichen, unbefestigten Stränden mit höherem Gefälle (1a). Der Wasserrückhalt sowie geringe <a href="Abfluss" title="Abfluss">Abflussgeschwindigkeiten</a> erhöhen die Überlebenschancen der <a href="Larve" title="Larve">Muschellarven</a> in den Muschelgärten und schaffen dadurch bessere Bedingungen für die Ansiedlung der Larven. Darüber hinaus erwärmt sich das auf den flachen Muschelgärten zurückgehaltene Wasser leichter, was die <a href="Wachstumsrate" title="Wachstumsrate">Wachstumsraten</a> des <a href="Phytoplankton" title="Phytoplankton">Phytoplanktons</a> erhöht und die <a href="Produktionsbiologie" title="Produktionsbiologie">Sekundärproduktion</a> anregt. Erhöhte Wassertemperaturen fördern zudem das Wachstum der Muscheln und deren Laichaktivität.<sup id="cite_ref-GroesbeckAS_8-0" class="reference"><a href="#cite_note-GroesbeckAS-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Ureinwohner verteilten in den Muschelgärten zerbrochene Muschelschalen als <a href="Alkalinit%C3%A4t" title="Alkalinität">alkalinitätssteigernde</a> Mittel und arbeiteten diese in das Sediment ein. Buttermuscheln bevorzugen zerkleinerte Muschelschalen, auch als biogener Sand bezeichnet, als Habitat.<sup id="cite_ref-WilliamsJ_9-0" class="reference"><a href="#cite_note-WilliamsJ-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Muschelschalen bestehen zum großen Teil aus <a href="Calciumcarbonat" title="Calciumcarbonat">Calciumcarbonat</a> und erhöhen lokal den <a href="PH-Wert" title="PH-Wert">pH-Wert</a>. Dies schützt den säureempfindlichen Muschelnachwuchs. Das <a href="Calcium" title="Calcium">Calcium</a> wird von den Muscheln außerdem als Baustoff für ihre eigenen Schalen verwendet.<sup id="cite_ref-WOR8_10-0" class="reference"><a href="#cite_note-WOR8-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Sediment enthält neben dem Muschelgranulat auch Kies. Die dadurch geringere <a href="Sch%C3%BCttdichte" title="Schüttdichte">Schüttdichte</a> des Sediments ist vorteilhaft für das Wachstum der Muscheln. Im Rahmen der Muschelernte erfolgt eine Belüftung des Sediments, wodurch die Mobilität der Muscheln erhöht und die Ernte erleichtert wird.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Nahrungsquelle">Nahrungsquelle</h2></div>
<p>In mit Muschelschalen gekalkten Terrassen wachsen etwa viermal so viele Buttermuscheln (<i>Saxidomus gigantea</i>) und mehr als doppelt so viele <a href="Venusmuscheln" title="Venusmuscheln">Venusmuscheln</a> der Art <i>Leukoma staminea</i> wie in naturbelassenen Küstenabschnitten. Zudem wachsen die Muscheln schneller. Die so gezüchteten Muscheln waren eine wichtige Nahrungsressource, die zur Ernährungssicherheit der Kwakwaka’wakw und anderer Stämme beitrug.<sup id="cite_ref-DeurD_11-0" class="reference"><a href="#cite_note-DeurD-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Muschelgärten stellten eine verlässliche Nahrungsquelle dar, insbesondere in Zeiten, wenn andere Nahrungsmittel knapp waren. Die Muscheln waren reichlich verfügbar und konnten ohne großen Aufwand geerntet werden. Die Muschelernte erfolgte hauptsächlich durch Frauen und Kinder, bei hohem Bedarf wurden die Männer zur Unterstützung herangezogen und die Frauen übernahmen die Zubereitung.
</p><p>Die Muschelgärten bieten auch Lebensraum für <a href="Tintenfische" title="Tintenfische">Tintenfische</a>, <a href="Seeigel" title="Seeigel">Seeigel</a>, <a href="Seegurken" title="Seegurken">Seegurken</a>, <a href="Wellhornschnecke" title="Wellhornschnecke">Wellhornschnecken</a> und <a href="Turbanschnecken" title="Turbanschnecken">Turbanschnecken</a>, die ebenfalls Nahrungsmittel für die Küstenbewohner der First Nations waren.<sup id="cite_ref-OceanOrg_12-0" class="reference"><a href="#cite_note-OceanOrg-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Von der <a href="Fischmilch" title="Fischmilch">Milch</a> der Seeigel ernähren sich wiederum Muscheln und andere Arten.<sup id="cite_ref-OlsenJ_13-0" class="reference"><a href="#cite_note-OlsenJ-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul class="gallery mw-gallery-packed">
<li class="gallerycaption">Bewohner von Muschelgärten</li>
<li class="gallerybox" style="width: 162px">
<div class="thumb" style="width: 160px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Buttermuschel</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 160px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Pferdemuschel</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 180px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Turbanschnecke</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 160px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Wellhornschnecke</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 162px">
<div class="thumb" style="width: 160px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Seegurke</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 162px">
<div class="thumb" style="width: 160px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Seeigel</div>
</li>
</ul>
<p>Raubtiere wie <a href="Waschb%C3%A4r" title="Waschbär">Waschbären</a>, <a href="Nerz" title="Nerz">Nerze</a> und <a href="Otter" title="Otter">Otter</a> sowie <a href="Meerenten_und_S%C3%A4ger" title="Meerenten und Säger">Meerenten</a> und <a href="Feldg%C3%A4nse" title="Feldgänse">Feldgänse</a> nutzen die Muschelgärten gelegentlich als Nahrungsquelle, indem sie das Sediment durchwühlen, um kleine Muscheln, Würmer und andere <a href="Wirbellose" title="Wirbellose">wirbellose</a> Tiere zu finden. Es ist denkbar, dass einige dieser Tiere in der Vergangenheit speziell in den Muschelgärten gejagt wurden. Die Jagd schützte die Muscheln vor einer übermäßigen Bestandsdezimierung und bot den Menschen eine zusätzliche Nahrungsquelle.<sup id="cite_ref-DeurD_11-1" class="reference"><a href="#cite_note-DeurD-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Untersuchungen zur Größe der Buttermuschel über einen Zeitraum von 11.500&nbsp;Jahren zeigten, dass diese von der frühen Nacheiszeit an über die folgenden Jahrtausende hinweg stetig zunahm. Seit dem frühen <a href="Holoz%C3%A4n" title="Holozän">Holozän</a> nutzten die Menschen die Muschelpopulationen zunehmend und begannen vor etwa 3500&nbsp;Jahren mit dem Bau von Muschelgärten. Die dadurch optimierten Bedingungen, wie ein grobes Substrat und das Vorhandensein einer Muschelgartenmauer, begünstigten das Muschelwachstum. Die Größe der Muscheln in aktiven Muschelgärten deutet darauf hin, dass Muschelgärten die Produktion trotz des zunehmenden Erntedrucks erhöhten. Der Rückgang traditioneller Bewirtschaftungspraktiken ist hingegen mit einer geringeren Größe und einem langsameren Wachstum der Muscheln verbunden.<sup id="cite_ref-TonielloG_14-0" class="reference"><a href="#cite_note-TonielloG-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Altersbestimmung">Altersbestimmung</h2></div>
<p>Die Altersbestimmungen mittels Methoden wie <a href="Thermolumineszenzdatierung" title="Thermolumineszenzdatierung">Thermolumineszenzdatierung</a> und der <a href="Radiokarbonmethode" title="Radiokarbonmethode">Radiokarbonmethode</a> von Muscheln in <a href="Quadra_Island" title="Quadra Island">Quadra Island</a>, welche unterhalb der Muschelgartenmauern sowie unter den Terrassensedimenten gefunden wurden, lassen den Schluss zu, dass die Anlage der Muschelgärten vor etwa 1000 bis 1700&nbsp;Jahren begann. Der Bau der Mauern erfolgte wahrscheinlich schrittweise und führte zu einer Erhöhung der Sedimentationsraten in der Gezeitenzone um das Vierfache.<sup id="cite_ref-NeudorfCM_15-0" class="reference"><a href="#cite_note-NeudorfCM-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bei weiteren Muschelgärten auf Quadra Island ergab die Radiokarbondatierung, dass einige Muschelgärten dort über 3500&nbsp;Jahre alt sind.<sup id="cite_ref-SmithNF_7-1" class="reference"><a href="#cite_note-SmithNF-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Judith Williams: <i>Clam gardens: aboriginal mariculture on Canada’s west coast.</i> New Star Books, Vancouver, 2006, ISBN 978-1-55420-023-8.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Clam_garden?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Muschelgarten</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.clamgarden.com/"><i>Clam Garden | Clam Garden Network.</i></a> In: <i>clamgarden.com.</i><span class="Abrufdatum" style="display:none"> Abgerufen am 11.&nbsp;September 2024</span> (englisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AMuschelgarten&amp;rft.title=Clam+Garden+%7C+Clam+Garden+Network&amp;rft.description=Clam+Garden+%7C+Clam+Garden+Network&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.clamgarden.com%2F&amp;rft.date=&amp;rft.language=en">&nbsp;</span></li>
<li>Environment and Climate Change Canada: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.youtube.com/watch?v=Q8WZMW49eD4"><i>Clam Gardens, Ancient Indigenous technology and sustainable food source - Science In Action</i></a> auf <a href="YouTube" title="YouTube">YouTube</a>, 2.&nbsp;Mai 2024 (Laufzeit: 14:53 min).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<div class="mw-references-wrap mw-references-columns"><ol class="references">
<li id="cite_note-SternBJ-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-SternBJ_1-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Bernard J. Stern: <i>The Lummi Indians of Northwest Washington.</i> Columbia University Press, 1934, ISBN 978-0-231-89532-3, S.&nbsp;46–47.</span>
</li>
<li id="cite_note-HarperJR-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-HarperJR_2-0">↑</a></span> <span class="reference-text">John R. Harper, James Haggarty, Mary C. Morris: <i>Broughton Archipelago Clam Terrace Survey: final report.</i> Coastal &amp; Ocean Resources Inc., 1995, (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://hdl.handle.net/1834/18998">online</a>), (PDF), bei <i>aquadocs.org</i>.</span>
</li>
<li id="cite_note-ChongS-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-ChongS_3-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Skyler Chong: <i>Clam Gardens &amp; Loko I´A. Lessons on Restoration.</i> 2020, (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://uwconservationscholars.org/wp-content/uploads/2020/08/Clam-Gardens-Loko-Ia-Lessons-on-Restoration-v2.pdf">online</a>) (PDF; 1,1&nbsp;MB), bei <i>uwconservationscholars.org</i>.</span>
</li>
<li id="cite_note-LepofskyD2-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-LepofskyD2_4-0">↑</a></span> <span class="reference-text">D. Lepofsky, A. Salomon: <i>Clam Gardens Across Generations and Places Support Social–Ecological Resilience to Global Change.</i> In: <i>Climatic and Ecological Change in the Americas.</i> 2023, S.&nbsp;139–157, <a href="https://doi.org/10.4324/9781003316497-9" class="extiw external" title="doi:10.4324/9781003316497-9">doi:10.4324/9781003316497-9</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-Mongabay-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Mongabay_5-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Robyn Huang: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://news.mongabay.com/2024/08/on-canadas-west-coast-clam-gardening-builds-resilience-among-indigenous-youth/"><i>On Canada’s West Coast, clam gardening builds resilience among Indigenous youth.</i></a> In: <i>news.mongabay.com.</i> 6.&nbsp;August 2024,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 1.&nbsp;September 2024</span> (englisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AMuschelgarten&amp;rft.title=On+Canada%E2%80%99s+West+Coast%2C+clam+gardening+builds+resilience+among+Indigenous+youth&amp;rft.description=On+Canada%E2%80%99s+West+Coast%2C+clam+gardening+builds+resilience+among+Indigenous+youth&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fnews.mongabay.com%2F2024%2F08%2Fon-canadas-west-coast-clam-gardening-builds-resilience-among-indigenous-youth%2F&amp;rft.creator=Robyn+Huang&amp;rft.date=2024-08-06&amp;rft.language=en">&nbsp;</span></span>
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<li id="cite_note-LepofskyD-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-LepofskyD_6-0">↑</a></span> <span class="reference-text">D. Lepofsky u.&nbsp;a.: <i>Ancient Shellfish Mariculture on the Northwest Coast of North America.</i> In: <i>American Antiquity.</i> 80.2, 2015, S.&nbsp;236–259, <a href="https://doi.org/10.7183/0002-7316.80.2.236" class="extiw external" title="doi:10.7183/0002-7316.80.2.236">doi:10.7183/0002-7316.80.2.236</a>.</span>
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